Die Straße wurde besser, kurz bevor sie die Grenze erreichten. Erst waren es weniger Löcher, dann hörte das Rütteln auf, und aus dem Poltern der Räder wurde ein einziger gleichmäßiger Ton. Mirabel legte die Hand auf die Bank neben sich, und das Holz zitterte nicht mehr.
Draußen lagen die Felder unter Frost, und die Furchen liefen gerade, so weit man sehen konnte. Sie hatte den Mantel bis ans Kinn gezogen, obwohl es in der Kutsche nicht kalt war.
An der Grenze warteten Reiter. Sie saßen still, und auch die Pferde standen still, und es war kalt genug, dass man sie atmen sah. Es rief niemand etwas herüber, es wurde auch nichts gefragt, und man hörte nur das Leder, wenn sich einer im Sattel bewegte.
Der Hauptmann ihres Vaters stieg ab, ging hinüber, kam zurück und stieg wieder auf, und dann wendeten die Männer aus Ilmau und nahmen den Weg zurück. Der Kutscher ging mit ihnen, und ein Mann aus Karnholt stieg auf den Bock.
Mirabel sah ihnen nach, bis die Kutsche anfuhr. Dann zählte sie die Reiter aus Karnholt, und es waren elf.
Zählen half.