Es gibt einen Wald, den niemand freiwillig betritt. Nicht, weil er dunkel wäre. Er ist voller Licht. Sondern weil man aus ihm zurückkommt und weiss, wer man ist. Oder wer man nicht ist.
Jedes Jahr schickt das Reich seine Kinder hinein. Nicht die Ängstlichen, nicht die Sanften — die Anwärter. Die, von denen man hofft, dass ein Wesen des Lichts sie wählt. Denn im Wald leben die leuchtenden Wesen. Und wen eines von ihnen erwählt, der wird ein Beschützer des Reiches.
So war es immer. Manche werden gewählt. Manche nicht.
Und in manchen Jahren geht die Sonne über dem Wald auf und wieder unter, die Glocke läutet, die Kinder treten heraus — und keines von ihnen leuchtet. Dann schweigt das Reich eine Weile. Und schickt im nächsten Jahr neue Kinder.
Niemand fragt, was der Wald eigentlich sucht. Niemand fragt, woher die Wesen kommen. Man fragt nur das eine: Wirst du gewählt?
In diesem Jahr trat ein Junge in den Wald, der die Antwort schon zu kennen glaubte.